• head_banner_01
  • head_banner_02

Erreicht man mit langsamem Laden eine größere Reichweite?

Eine der häufigsten Fragen von neuen Besitzern von Elektrofahrzeugen lautet: „Sollte ich mein Auto langsam über Nacht aufladen, um die maximale Reichweite zu erzielen?“ Vielleicht haben Sie gehört, dass langsames Laden „besser“ oder „effizienter“ sei, und fragen sich nun, ob das zu einer größeren Reichweite führt.

Kommen wir gleich zur Sache. Die direkte Antwort lautet:noEine volle Batterie bietet unabhängig von der Ladegeschwindigkeit die gleiche potenzielle Reichweite.

Die ganze Geschichte ist jedoch viel interessanter und wichtiger. Der eigentliche Unterschied zwischen langsamem und schnellem Laden liegt nicht in der Reichweite, sondern in den Stromkosten und der langfristigen Lebensdauer der Autobatterie. Dieser Ratgeber erklärt die wissenschaftlichen Hintergründe verständlich.

Trennung von Reichweite und Ladeeffizienz

Zunächst einmal klären wir den größten Irrtum auf. Die Reichweite Ihres Autos wird durch die in seiner Batterie gespeicherte Energiemenge bestimmt, gemessen in Kilowattstunden (kWh).

Man kann es sich wie den Benzintank eines herkömmlichen Autos vorstellen. Ein 15-Gallonen-Tank fasst 15 Gallonen Benzin, egal ob man ihn mit einer langsamen oder einer schnellen Zapfsäule befüllt hat.

Sobald 1 kWh Energie erfolgreich in der Batterie Ihres Elektrofahrzeugs gespeichert ist, steht Ihnen dieselbe potenzielle Reichweite zur Verfügung. Die eigentliche Frage betrifft nicht die Reichweite, sondern die Ladeeffizienz – also den Prozess, bei dem der Strom aus der Steckdose in Ihre Batterie gelangt.

Die Wissenschaft der Ladeverluste: Wohin geht die Energie?

Kein Ladevorgang ist hundertprozentig perfekt. Beim Transport vom Stromnetz zum Auto geht immer etwas Energie verloren, hauptsächlich in Form von Wärme. Wo genau diese Energie verloren geht, hängt von der Lademethode ab.

 

Wechselstrom-Ladeverluste (Langsames Laden – Stufe 1 & 2)

Wenn Sie zu Hause oder am Arbeitsplatz ein langsameres Netzteil verwenden, findet die aufwendige Umwandlung von Wechselstrom aus dem Stromnetz in Gleichstrom für die Batterie im Fahrzeuginneren statt.On-Board-Ladegerät (OBC).

•Konversionsverlust:Bei diesem Umwandlungsprozess entsteht Wärme, was eine Form des Energieverlusts darstellt.

•Systembetrieb:Während des gesamten 8-stündigen Ladevorgangs laufen die Bordcomputer, Pumpen und Batteriekühlsysteme Ihres Autos, was einen geringen, aber stetigen Stromverbrauch verursacht.

 

Verluste beim Gleichstrom-Schnellladen (Schnellladung)

Beim DC-Schnellladen erfolgt die Umwandlung von Wechselstrom in Gleichstrom direkt in der großen, leistungsstarken Ladestation. Die Station liefert den Gleichstrom direkt an Ihre Batterie und umgeht dabei den Bordcomputer Ihres Fahrzeugs.

•Wärmeverluste der Station:Die leistungsstarken Konverter des Kraftwerks erzeugen viel Wärme, weshalb leistungsstarke Lüfter benötigt werden. Dies ist Energieverlust.

•Batterie- und Kabelerwärmung:Durch das sehr schnelle Einspeisen einer enormen Energiemenge in die Batterie entsteht mehr Wärme im Batteriepack und in den Kabeln, wodurch das Kühlsystem des Autos deutlich stärker beansprucht wird.

Lesen Sie mehr überLadeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge (EVSE)um mehr über die verschiedenen Arten von Ladegeräten zu erfahren.

Sprechen wir über Zahlen: Wie viel effizienter ist langsames Laden?

Ladeeffizienz

Was bedeutet das also in der realen Welt? Maßgebliche Studien von Forschungseinrichtungen wie dem Idaho National Laboratory liefern hierzu klare Daten.

Im Durchschnitt ist langsames Laden mit Wechselstrom effizienter beim Übertragen von Energie vom Stromnetz auf die Räder Ihres Autos.

Ladeverfahren Typische End-to-End-Effizienz Energieverlust pro 60 kWh Zufuhr in die Batterie
Stufe 2 AC (Langsam) 88 % – 95 % Sie verlieren etwa 3 - 7,2 kWh als Wärme und für den Systembetrieb.
DC-Schnellladung (Schnell) 80 % - 92 % Im Bahnhof und im Auto gehen etwa 4,8 bis 12 kWh als Wärme verloren.

Wie Sie sehen, können Sie verlierenbis zu 5-10% mehr Energiebeim Laden mit einem DC-Schnellladegerät im Vergleich zum Laden zu Hause.

Der eigentliche Vorteil sind nicht mehr Meilen – sondern eine niedrigere Rechnung.

Dieser Effizienzunterschied ist nichtmehr KilometerAber es wirkt sich direkt auf Ihren Geldbeutel aus. Sie müssen für die verschwendete Energie bezahlen.

Nehmen wir ein einfaches Beispiel. Angenommen, Sie müssen Ihrem Auto 60 kWh Energie hinzufügen und Ihr Strompreis zu Hause beträgt 0,18 $ pro kWh.

• Langsames Laden zu Hause (93 % Wirkungsgrad):Um 60 kWh in Ihre Batterie einzuspeisen, müssen Sie etwa 64,5 kWh aus der Steckdose entnehmen.

•Gesamtkosten: 11,61 $

•Schnellladen an öffentlichen Ladestationen (85 % Wirkungsgrad):Um die gleiche Leistung von 60 kWh zu erhalten, muss das Kraftwerk etwa 70,6 kWh aus dem Netz beziehen. Selbst wenn die Stromkosten gleich wären (was selten der Fall ist), sind die Gesamtkosten höher.

• Energiekosten: 12,71 $(ohne Berücksichtigung des Aufschlags des Senders, der oft beträchtlich ist).

Ein oder zwei Dollar pro Ladung mögen nicht viel erscheinen, aber im Laufe eines Jahres summieren sich die Kosten auf Hunderte von Dollar.

Ein weiterer großer Vorteil des langsamen Ladens: Batteriegesundheit

Hier ist der wichtigste Grund, warum Experten empfehlen, dem langsamen Laden Priorität einzuräumen:Schutz Ihrer Batterie.

Die Batterie Ihres Elektrofahrzeugs ist dessen wertvollste Komponente. Der größte Feind einer langen Batterielebensdauer ist übermäßige Hitze.

• DC-SchnellladungDabei wird der Batterie schnell viel Energie zugeführt, was erhebliche Wärme erzeugt. Obwohl Ihr Auto über Kühlsysteme verfügt, kann die häufige Einwirkung dieser Hitze den Batterieverschleiß mit der Zeit beschleunigen.

• Langsames Laden über Netzstromerzeugt weit weniger Wärme, wodurch die Batteriezellen deutlich weniger belastet werden.

Deshalb sind Ihre Ladegewohnheiten wichtig. Genau wie das LadenGeschwindigkeitbeeinflusst Ihren Akku, ebenso wieEbenefür die Sie Gebühren erheben. Viele Fahrer fragen: "Wie oft sollte ich mein Elektroauto auf 100 % aufladen?„Allgemein wird empfohlen, den Akku für den täglichen Gebrauch nur auf 80 % aufzuladen, um die Belastung des Akkus weiter zu reduzieren, und ihn nur für längere Autofahrten auf 100 % aufzuladen.“

Die Perspektive des Flottenmanagers

Für den einzelnen Autofahrer sind die Kosteneinsparungen durch effizientes Laden ein willkommener Bonus. Für einen Flottenmanager im gewerblichen Bereich sind sie ein entscheidender Faktor für die Optimierung der Gesamtbetriebskosten (TCO).

Stellen Sie sich eine Flotte von 50 elektrischen Lieferwagen vor. Eine Steigerung der Ladeeffizienz um 5–10 % durch die Nutzung einer intelligenten, zentralen AC-Ladestation über Nacht kann jährliche Stromeinsparungen in Höhe von Zehntausenden von Dollar ermöglichen. Daher ist die Wahl effizienter Ladehardware und -software eine wichtige finanzielle Entscheidung.

Intelligent laden, nicht nur schnell

Also,Führt langsames Laden zu einer größeren Reichweite?Die endgültige Antwort lautet: Nein. Ein voller Akku ist ein voller Akku.

Doch die eigentlichen Erkenntnisse sind für jeden Besitzer eines Elektrofahrzeugs weitaus wertvoller:

• Driving Range:Die mögliche Reichweite bei voller Ladung ist unabhängig von der Ladegeschwindigkeit.

•Aufladekosten:Langsames Laden über Wechselstrom ist effizienter, was bedeutet, dass weniger Energie verschwendet wird und die Kosten für die gleiche Reichweitensteigerung geringer sind.

•Batteriezustand:Langsames Laden über Wechselstrom ist schonender für Ihren Akku, fördert eine bessere Langzeitstabilität und erhält seine maximale Kapazität über Jahre hinweg.

Die beste Strategie für jeden Besitzer eines Elektrofahrzeugs ist einfach: Nutzen Sie für Ihren täglichen Bedarf das bequeme und effiziente Laden über die Ladestationen der Stufe 2 und sparen Sie die volle Leistung der DC-Schnellladegeräte für längere Fahrten auf, wenn es auf jede Minute ankommt.

Häufig gestellte Fragen

1. Verringert Schnellladen die Reichweite meines Autos?Nein. Schnellladen verringert die Reichweite Ihres Autos bei dieser einen Ladung nicht unmittelbar. Häufiges Schnellladen kann jedoch die langfristige Alterung des Akkus beschleunigen und dessen maximale Reichweite über viele Jahre hinweg allmählich verringern.

2. Ist das Laden mit Level 1 (120 V) noch effizienter als mit Level 2?Nicht unbedingt. Zwar fließt der Strom langsamer, der Ladevorgang dauert aber deutlich länger (über 24 Stunden). Das bedeutet, dass die Fahrzeugelektronik über einen sehr langen Zeitraum eingeschaltet bleiben muss, und diese Effizienzverluste können sich summieren, sodass das Laden über Level 2 oft die insgesamt effizienteste Methode ist.

3. Beeinflusst die Außentemperatur die Ladeeffizienz?Ja, absolut. Bei sehr kalten Temperaturen muss der Akku vor dem Schnellladen erwärmt werden, was viel Energie verbraucht. Dies kann die Effizienz des Ladevorgangs spürbar verringern, insbesondere beim Gleichstrom-Schnellladen.

4. Was ist die beste tägliche Lademethode für meinen Akku?Für die meisten Elektrofahrzeuge empfiehlt es sich, ein Wechselstrom-Schnellladegerät (Level 2) zu verwenden und den Ladezustand des Fahrzeugs für den täglichen Gebrauch auf 80 % oder 90 % zu begrenzen. Laden Sie nur dann auf 100 %, wenn Sie die maximale Reichweite für eine längere Fahrt benötigen.

5. Wird dies durch zukünftige Batterietechnologien geändert?Ja, die Akku- und Ladetechnologie wird ständig verbessert. Neue Akkuchemikalien und optimierte Wärmemanagementsysteme machen Akkus widerstandsfähiger gegen Schnellladen. Aufgrund der physikalischen Gesetze der Wärmeentwicklung ist langsames, schonendes Laden jedoch wahrscheinlich immer die beste Option für die langfristige Lebensdauer eines Akkus.


Veröffentlichungsdatum: 04.07.2025